Die eigentliche Arbeit beim Flötenbau beginnt viel früher, als man denkt. Beim Vermessen des
Originals, das man sich als Vorbild ausgesucht hat, muss man sehr sorgfältig vorgehen. Der nächste
Schritt ist das Schlagen und Trocknen des Holzes. Ich verwende meistens Ebenholz, Grenadill oder
Buchsbaum; auch Pflaume und andere Obsthölzer sind möglich. Man muss sich Spezialwerkzeuge selbst
anfertigen, da es keine vorgefertigten für den Flötenbau gibt.
Im Folgenden sind ein paar grobe Schritte bis zur Fertigung eines Rechte-Hand-Teils einer
Traversflöte zu sehen. Das Grifflöcherbohren und Intonieren wird hinterher mit einer kleinen
Handfräse oder diversen Messern vorgenommen.
1. Ein grob gesägtes Kantholz wird eingespannt und rund gedreht.2. Das gedrehte Holzstück wird nun vorgebohrt.3. Hier kommt der selbstgefertigte Räumer zum Einsatz, der wie ein großer Löffelbohrer funktioniert und die ungleichmäßige konische Bohrung der Flöte ausräumt.4. Nun wird dort am Flötenteil, wo später ein Elfenbeinring sitzen soll, das Holz auf ca. 0,5 mm Dicke abgedreht. Es ist auf zwei Holzzylinder gesteckt, damit man über die ganze Breite drehen kann – ein wirklich kniffeliger Schritt.5. Hier sieht man das abgedrehte Teil und einen genau passenden Ring aus Elfenbeinimitat, der dann aufgeleimt wird.6. Nun wird das Holzstück erneut eingespannt und rund gedreht.7. Hier kann man mich sehen, wie ich mit einem Meißel die Form herausarbeite.8. Hier und da noch ein bisschen …9. … bis die Form dem Original auf ein Zehntel Millimeter genau gleicht. Jetzt noch polieren …10. … und dann den Zapfen herausarbeiten, damit zwei Teile zusammengesteckt werden können.